Der Lichtleiter macht den Unterschied! 6 Kriterien zur Bewertung von Polymerisationslampen

Viele Jahre lang war ich mit der Halogen-Polymerisationslampe in meiner Zahnarztpraxis zufrieden. Doch dann wurden LED-Polymerisationslampen eingeführt. Diese gelten heute berechtigterweise als Standard für die Lichtpolymerisation. Dennoch sollte man beachten, dass nicht alle Polymerisationslampen dieselben Vorteile bieten.

Um die Qualität von Polymerisationsleuchten beurteilen zu können, müssen wir das Hauptaugenmerk auf die Details richten. Seit 1997 beschäftigen wir uns bei Ultradent Products mit der LED-Technologie. Wir haben klar erkannt, dass diese die Technologie der Zukunft ist. Allerdings müssen LED-Leuchten auch spezifisch auf die Anforderungen der Praxen und Kompositmaterialien abgestimmt sein. Mittlerweile wurde unsere VALOTM LED-Polymerisationsleuchte zu einer umfassenden Produktlinie weiterentwickelt, welche für jede klinische Situation die passenden Möglichkeiten bietet.

Die wichtigsten Kriterien für die Bewertung von Polymerisationsleuchten sind meines Erachtens:

Der Lichtleiter

Bei „klassischen“ Polymerisationsleuchten wurde der Lichtgenerator (eine Halogenlampe) in einen Leuchtenkörper eingebaut. Das Licht selbst wurde über einen Lichtleiter herausgeführt. Einige Hersteller von LED-Leuchten haben diese Konstruktion sogar beibehalten. Lichtleiter reduzieren jedoch die Abgabe von Energie. Um einen übermäßigen Energieverlust zu vermeiden, sind sie normalerweise in einem 45°-Winkel gebogen. Das stellt die erste Herausforderung dar: Insbesondere im molaren Bereich erschwert der 45°-Winkel die Positionierung des Lichtaustrittsfensters parallel über der Okklusionsfläche, für eine optimale Ausleuchtung der Kavität. Darüber hinaus können Lichtleiter zu Streuverlusten führen. Mit dem passenden Linsendesign im Leuchtenkopf können wir sicherstellen, dass der Lichtstrahl nicht zu stark auffächert (Abb. 1).

Abb 1: Eine übermäßige Auffächerung des Lichtstrahls reduziert die ankommende Energie – hier gezeigt durch Leuchten in ein Glas Apfelsaft: Der Kopf der VALO ist mit einer Sammellinse bestückt, welche den Strahl bündelt (oben); hingegen verbreitert sich der Strahl stark bei einer Leuchte ohne Linse (unten).

Mein Fazit: Der Lichtleiter spielt eine tragende Rolle im Bereich der Lichtpolymerisation. Sein Design sowie die daraus resultierende, unhandliche Positionierung, können zu erheblichen Leistungsverlusten führen. Idealerweise sollten Zahnärzte mit einem einen schlanken Leuchtenkopf arbeiten, aus welchem die LED-Elemente direkt abstrahlen können und dessen Licht mittels einer Linse gebündelt wird.

Design und Konstruktion

Polymerisationsleuchten sollten sorgfältig an der richtigen Stelle im Mund positioniert werden, damit das Licht das zu polymerisierende Material gut erreichen kann. Häufig ist dies auf Grund der eingeschränkten Mundöffnung der Patienten jedoch nicht ganz einfach. Schattenbereiche in Kavitäten können zu einer deutlichen Reduktion der Lichtleitung an der gewünschten Stelle führen. Hinzu kommt die zweite Herausforderung: Die Konstruktion der Leuchte. Die Konstruktion muss einerseits handlich und grazil sein (Abb. 2). Andererseits sollte sie robust und widerstandsfähig gegen die täglichen „rauen“ Anforderungen in einer Zahnarztpraxis sein.

Abb. 2: Die Polymerisationsleuchte sollte in jedem Bereich des Mundes gut positioniert werden können – auch posterior oder auf okklusalen Kavitäten. Der grazile Kopf der VALO (rechts) gewährleistet einen einfachen und direkten Zugang zu allen auszuhärtenden Flächen.

Mein Fazit: Eine Polymerisationsleuchte sollte bruchsicher und robust sein. Sie muss so geformt sein, dass jede Zahnoberfläche bequem erreicht werden kann und die bestmögliche Ausleuchtung sichergestellt wird – natürlich auch in einem kleinen Mund, wie beispielsweise bei Kindern.

Die Lichtintensität

Die frühen Generationen der LED-Polymerisationsleuchten waren hinsichtlich ihrer Lichtintensität noch nicht zufriedenstellend. Heutzutage ist die Lichtintensität der LED-Leuchten jedoch deutlich besser als die von Halogenleuchten. Dies ist ein großer Vorteil, zumal Experten herausfanden, dass viele Kompositfüllungen latent mangelhaft ausgehärtet sind. Zur Sicherheit sollte eine Leuchte mehr als 1.000 mW/cm² liefern. Zudem würde ich mir wünschen, dass die Hersteller von Kompositmaterialien exakter angeben, welche Energiemenge für eine ordnungsgemäße Aushärtung ihrer Materialien erforderlich ist. Denn nur so können Anwender die Polymerisationsleuchte, die benötigte Zeit und die Intensität passend auswählen.

Mein Fazit: LED-Polymerisationsleuchten mit verschiedenen Intensitäten sind optimal für die zuverlässige Aushärtung in allen klinischen Situationen geeignet (Abb. 3).

Abb. 3: Die verschiedenen Modi werden den unter-schiedlichen klinischen Situationen optimal gerecht. Experten empfehlen eine Leistung von mindestens 1.000 mW.

Das Wellenlängenspektrum

Halogenleuchten verfügten sozusagen über ein eingebautes „Breitbandspektrum“. Bei LED-Leuchten ist die Bandbreite schmaler. Viele LEDs strahlen das Licht lediglich innerhalb eines Spektrums von 440 – 480 nm aus. Dieses Spektrum umfasst zwar Campherchinon, den gängigsten Photoinitiator, nicht aber LucerinTPO, PPD und andere, ebenfalls häufig verwendete, Initiatoren (sie werden allerdings häufig nicht von den Materialherstellern angegeben). Diese Initiatoren benötigen niedrigere Wellenlängenspektren (Abbildung 4).

Abb. 4: Um nicht nur Campherchinon, sondern auch andere Photoinitiatoren abzudecken, sollte eine Polymerisationsleuchte über ein Breitbandspektrum verfügen. So ist der Anwender bei jedem lichthärtenden Material auf der sicheren Seite.

Mein Fazit: LED-Leuchten sollten ein breites Wellenlängenspektrum (auch unterhalb von 440 nm) abdecken, um alle lichthärtenden Materialien zuverlässig auszuhärten.

Die Energieeffizienz

Halogenleuchten wandeln nur etwa 2 – 5% der benötigten Energie in nützliches, blaues Licht um. Dank des geringeren Stromverbrauchs und des geringeren Abwärme-Anteils bei der Erzeugung von blauem Licht, erreichen LEDs mindestens die 10-fache Effizienz.

Auf Grund des reduzierten Stromverbrauchs werden viele LED-Polymerisationsleuchten Batterie bzw. Akku betrieben. So konnte vielfach auf den kabellosen Betrieb umgestellt werden. Die Lampen beinhalteten spezielle, kleine Hochleistungsbatterien, welche dieselbe Lichtintensität wie netzgebundene Leuchten erzeugten. Ein Problem dabei war jedoch immer der Kostenpunkt beim Austausch. Die VALOTM LED-Polymerisationsleuchte arbeitet mit einer Standard-Batterie, die problemlos erneuert werden kann.

Mein Fazit: Damit Ihre Polymerisationsleuchte immer effizient und betriebsbereit ist, sollte sie über Standard-Batterien verfügen oder alternativ mittels Netzstrom betrieben werden.

Die Wärmeentwicklung

Wie alle Hochleistungsleuchten, können auch Hochleistungs-LEDs eine gewisse Wärme entwickeln. Studien belegen jedoch, dass die Überhitzung von Pulpa und Zahn sehr unwahrscheinlich ist. Wird mit höheren Intensitäten gearbeitet, sollte eine kurze Pause (wenige Sekunden) zwischen zwei Aushärtephasen eingehalten werden, um einen Wärmestau zu umgehen. Vermeiden Sie die Beleuchtung von Weichgewebe. Diese sind auf Grund ihres Absorptionsverhaltens sehr viel wärmeempfindlicher: Anstatt es zu reflektieren, absorbiert die rote Gingiva deutlich mehr Licht als die weiße Zahnsubstanz. Kühlen Sie den Bereich bei Bedarf ab, indem Sie bei gingivanahen Restaurationen Luft über den Zahn blasen.

Mein Fazit: Die Wärmeentwicklung kann durch eine geeignete Beleuchtungstechnik geregelt werden. Es ist dabei elementar, dass der Restauration eine ausreichende Menge Energie zugeführt wird.

Design und Konstruktion der VALO™ LED-Polymerisationsleuchten

Bei der Entwicklung und dem Bau unserer VALO LED-Polymerisationsleuchten haben wir alle bereits genannten Anforderungen berücksichtigt. Sie werden den Unterschied sofort bemerken – keine andere Polymerisationsleuchte am Markt bietet eine vergleichbare Langlebigkeit, Qualität und Hochwertigkeit. Mit den verschiedenen Modi der VALO (1.000, 1.400 und 3.200 mW/cm²) bzw. der VALO Grand (1.000, 1.600 und 3.200 mW/cm²) können klassisch geschichtete Kompositrestaurationen ausgehärtet werden. Außerdem ist die Polymerisation durch keramische oder tiefere Kompositschichten ebenso möglich, wie eine kurze Aushärtung innerhalb weniger Sekunden, welche beispielsweise bei der Behandlung von Kindern sehr hilfreich sein kann.

Alle VALO LED-Polymerisationsleuchten verfügen über eine spezielle Multi-Wellenlängen-Leuchtdiode (LED) zur Erzeugung von hoch-intensivem Licht mit einer Wellenlänge von 385 – 515 nm. Damit können alle lichthärtenden Dentalmaterialien polymerisiert werden. Die herausragende Intensität ermöglicht die Durchdringung von Keramik und die Aushärtung darunterliegender Materialien – vergleichbar mit einem hochwertigen Halogenlicht. Das grazile Design sorgt für die bequeme Positionierung der VALO im Mund. Nicht nur die Anforderungen an eine hochwertige Polymerisationsleuchte sind vielfältig, sondern auch die unterschiedlichen Gewohnheiten der Anwender. Aus diesem Grund haben wir nicht nur eine einzige VALO entwickelt (Abbildung 5). Sie haben die Wahl: Die VALO Corded ist extrem schlank und leicht – das Handstück wiegt nur 115 g – und verfügt über ein sehr dünnes, flexibles Kabel. Die VALO Cordless arbeitet mit innovativen, kleinen Lithium-Ionen-Batterien) und kommt daher ohne Kabel aus. Das Gewicht bleibt mit seinen 170 g gering und der Kopf genauso schlank wie der, der VALO Corded. Die dritte und neueste Version ist die VALO Grand. Die VALO Grand kombiniert alle Vorteile der revolutionären, preisgekrönten VALO mit einer 50% größeren Linse. Damit kann die VALO Grand problemlos einen 10 mm Molaren abdecken. Der Einsatz der VALO Grand ist in Bezug auf den zeitlichen und monetären Aufwand äußerst interessant, da eine Restauration in nur einem Zyklus vollständig und effizient polymerisiert werden kann. Zahnärzte und Patienten sind regelmäßig mit dem Problem von unzureichend ausgehärteten Restaurationen konfrontiert. Insbesondere im posterioren Bereich können diese schmerzhaften Auswirkungen für die Patienten und zusätzliche Arbeit für den Zahnarzt verursachen. Die VALO Grand löst dieses Problem mit drei Belichtungs-Modi zur Spezifizierung der Aushärtungsgeschwindigkeit: Standard, High Power Plus und Xtra Power. Die große Ausleuchtungsfläche (12 mm) und die optimale Kollimation des Lichts sorgen für eine konsistente, gleichmäßige Leistung auf den Oberflächen und für zuverlässige, qualitativ hochwertige Ergebnisse. Die Handhabung ist einfach und unkompliziert. Die beidseitig angebrachten Bedientasten sind unabhängig von der Behandlungsposition einfach und schnell erreichbar. VALO Grand ist als kabellose und kabelgebundene Variante erhältlich.

Häufig an die Assistenz delegiert, verdient der Vorgang „Lichtpolymerisation“ erhöhte Aufmerksamkeit. Nur die Aushärtung mit einer starken, praxisgerechten Leuchte und mit der richtigen Technik, sorgt für dauerhafte, ästhetische Restaurationen. Die Polymerisationsleuchten VALO und VALO Grand garantieren Sicherheit und optimale Ergebnisse bei jedem Arbeitsschritt – ohne Kompromisse!

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Dan Fischer

Sie haben die Wahl zwischen unseren verschiedenen Varianten der VALO. Alle verfügen über einen grazilen Kopf, eine hohe Leistungsfähigkeit, Breitband-LEDs, einen kollimierten Lichtstrahl und eine robuste, stabile Konstruktion.


Über Dr. Fischer

Dr. Fischer

Dr. Dan Fischer ist der Gründer und CEO von Ultradent Products, Inc., einem führenden Hersteller von High-Tech-Dentalmaterialien, -geräten und -instrumenten. Ultradent Products verfügt über eine 40-jährige Geschichte im Zeichen von Innovation und Qualität. Das Produktsortiment wird von Zahnärzten, Kieferorthopäden, Praxen, Dentallaboren, Gesundheitsbehörden und Universitäten weltweit eingesetzt. Ultradent Products folgt seiner Vision, die Mundgesundheit weltweit zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie unter ultradent.com/de.





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