Ultradent Products – Damals und Heute: Dr. Fischer blickt auf 40 aufregende, herausfordernde aber erfolgreiche Jahre zurück!

  Wie fühlt es sich an, schon den 40. Geburtstag von Ultradent Products zu feiern?
Schön aber auf der anderen Seite auch irgendwie beängstigend! Wohin sind all diese Jahre verschwunden? Sind wir tatsächlich schon 40 Jahre alt geworden? Mir kommt es oft so vor, als ob wir erst vor 20 Jahren angefangen hätten! Es ist erstaunlich. Die Zeit ist wie im Flug vergangen.

Dr Fischer hikingDr. Fischer bei einer Wanderung im Arches National Park

Dennoch fand in diesen 40 Jahren so viel Wachstum, Entwicklung und Veränderung statt, was Ultradent Products zu dem gemacht hat, was es heute ist.
Das stimmt. Viele großartige Leute haben zur Entwicklung und zum Erfolg von Ultradent Products beigetragen. Ich bin sehr dankbar darüber, dass sie sich mir bei diesem wundervollen Vorhaben angeschlossen haben.

3_DrFischerandLeenieDr. Fischer und seine Frau, Leenie, die erste Mitarbeiterin von Ultradent Products, vor 40 Jahren.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Anfänge von Ultradent Products, als es noch eine sehr kleine Firma war?
Was mir an der Entwicklung von Ultradent Products und an allen Geschichten über das Unternehmen besonders gut gefällt ist, dass alles mit der Unterstützung meiner Familie entstanden ist. Schnell bemerkten wir, dass wir uns für unser erstes Produkt Astringedent®, teure Anzeigen in zahnärztlichen Zeitschriften oder Publikationen nicht leisten konnten. Also musste sich die ganze Familie einbringen, um das Produkte per Bemusterung bei den Anwendern zu platzieren und bekannt zu machen.

4_AstringedentOriginalverpackungen von Astringedent® im Jahr 1978 und heute.

Haben diese Erfahrungen und die gemeinsame Teamarbeit zu einer größeren Bindung innerhalb Ihrer Familie geführt?
Wenn ich für uns alle sprechen darf, denke ich, dass es durchaus förderlich war. Ich persönlich glaube fest daran, dass Teamwork zusammenschweißt!

5_basketballDie Fischer-Familienmitglieder in den Anfangszeiten von Ultradent Products:
Kurze Pause von der täglichen Arbeit beim Basketball-Spiel.

Woran denken Sie beim Stichwort “blaue Rezeptbox“, Dr. Fischer?
In den Anfangszeiten von Ultradent Products hatten wir eine kleine blaue Rezeptbox. Wir verwendeten sie für leere Rezeptkarten, auf denen wir Name, Adresse und Kontaktinformationen unserer Kunden notierten. Die Anzahl der ausgefüllten Rezeptkarten wuchs kontinuierlich. Daraus entwickelte sich Ultradent Products, mit einer modernen, Computer-gestützten Kundendatenbank mit vielen Tausend internationalen Rezeptkarten, bzw. modern ausgedrückt: Datensätzen. Ein Paradebeispiel für Fortschritt und Entwicklung!

6_bluerecipeboxIn den Anfangszeiten von Ultradent Products wurden Kundeninformationen
in einer kleinen blauen Rezeptbox aufbewahrt

Ich möchte aber ergänzen, dass wir uns nicht direkt von der kleinen blauen Rezeptbox zu einer Organisation mit zeitgemäßen Computerdatenbanken entwickelt haben. Der nächste Schritt war ein Computer mit einem 8-Zoll-Diskettenlaufwerk von Ohio Scientific. Dieser war mehr oder weniger eine modernisierte Schreibmaschine! Wir hatten auch einige Drucker-geeignete Formulare mit fünf oder sechs verschiedenen Durchschlägen, für Lieferscheine und Rechnungen. Wir hatten den besten Nadeldrucker, den man zu dieser Zeit bekommen konnte. Allerdings gab es extrem viele verschiedene Durchschläge, Rechnungen und Packzettel. So musste beim Ausdruck am Tagesende ständig jemand neben dem Drucker stehen und die Ausdrucke aus dem Drucker ziehen, um ihn überhaupt in Bewegung zu halten. Das hat viel Zeit gekostet. Doch man konnte förmlich zusehen, wie das Unternehmen wuchs: Von der kleinen blauen Rezept-Box bis zu einer Phase, in der man täglich viel Zeit damit verbrachte, Rechnungen und Packzettel aus dem Drucker zu ziehen, die am Ende des Tages gedruckt wurden!

Damals haben wir jedes einzelne Päckchen selbst versendet und dabei natürlich die Namen der einzelnen Kunden gesehen. Einige dieser Kunden der ersten Stunde sind mir heute noch in Erinnerung. Leenie wurde damals auf zwei Ärzte in einer Praxisgemeinschaft aufmerksam, mit der lustigen Nachnamenkombination “Mullen” und “Pullen”. Darüber schmunzeln wir heute noch manchmal.

Ultradent Products ist heute ein international bekanntes Dentalunternehmen mit Kunden und Niederlassungen auf der ganzen Welt. Wann hat Ultradent Products begonnen, international zu expandieren? Wie ging das von statten?
Unser erster internationaler Kunde war Yoshita. Dieser Händler kaufte unsere Produkte ein und verkaufte sie dann wieder in Japan. Das war etwa 1981 oder 1982. Yoshita hatte den größten Auftrag mit Astringedent® und Metal Dento-Infusor®-Tipps platziert, der bis dahin eingegangen war.

7_drfischerearlytradeshowDr. Fischer auf einer internationalen Messe: Er entnimmt seinem eigenen
Arm Blut, um die Wirksamkeit von Astringedent® zu demonstrieren.

Welche Menschen in dieser Branche haben Sie auf Ihrem Weg begleitet, beeinflusst oder unterstützt?
Eine Reihe prominenter Meinungsbildner der Dentalbranche hat mich wirklich beeindruckt. An erster Stelle steht Dr. Gordon Christensen. Er hatte immer großartige ethische Ansichten und Werte. Außerdem war er einer der angesehensten Dozenten, Forscher und Gutachter des Clinicians Report of Dental Products, seit ich ihn kenne. Er unterstützte uns dabei, ein Prüfsiegel von der American Dental Association für unser erstes Produkt, Astringedent®, sowie die Genehmigung der FDA für die Herstellung und den Verkauf zu erhalten. Das hat uns signifikant weitergeholfen. Er glaubte an das Produkt und unterstützte es mit seinem eigenen Namen. Dafür werde ich ihm für immer dankbar sein.

8_drfischergordonchristensen2016: Dr. Fischer mit seinem langjährigen Kollegen und Freund,
Dr. Gordon J. Christensen

Auch andere Professoren haben mich während meiner Zeit an der Fakultät für Zahnheilkunde, an der Loma Linda University, sehr beeindruckt. Sowohl Dr. Jim Dunn, ein sehr angesehener Zahnarzt und Dozent, als auch Dr. Lloyd Baum, ein Innovator in der Prothetik, haben mich unterstützt und gefördert. Dr. Baum bat mich sogar, ein Kapitel über Astringedent® und die Wissenschaft dahinter, für eines seiner Bücher “Restorative Techniques for Individual Teeth” zu schreiben. Dies gab mir die Möglichkeit, Zahnärzten die Vorteile der Anwendung näher zu bringen.

9_dan_college1-197x300Dr. Fischer als Zahnmedizinstudent an der Loma Linda Universität.
Hier bei der Behandlung eines Patienten.

Dr. Michael Miller, angesehener Gutachter und Zahnarzt hinter Reality Esthetics, bewertete Astringedent® in diesen Anfangszeiten sehr positiv. Dies half uns sehr, die Botschaft publik zu machen. Es gibt also wirklich viele Zahnärzte, die eine Rolle in der Erfolgsgeschichte von Ultradent Products gespielt haben. Es sind zu viele, um sie in diesem Rahmen alle zu nennen – aber ich bin jedem einzelnen äußerst dankbar.

10_drfischerearlydentalpracticeDr. Fischer in seiner Zahnarztpraxis – frühe 80er Jahre

Welches sind die wichtigsten Erkenntnisse und Erfahrungen, die Sie in den
40 Jahren seit den Anfängen von Ultradent Products gemacht haben. Und welche möchten Sie an andere weitergeben?

Ich habe gelernt, dass bei der Gründung eines Unternehmens, das langfristig erfolgreich sein soll, immer Opfer gebracht werden müssen – wirtschaftlich, persönlich und noch viel mehr. Als ich zum Beispiel die Gelegenheit bekam, einen Vortrag in Europa über Astringedent® hemostatic und den Metal Dento-Infusor tip zu halten, war ich begeistert. Allerdings führte ich zu dem Zeitpunkt noch meine eigene Zahnarztpraxis. Für diesen Vortrag würde ich meine Praxis für mehrere Tage schließen müssen. Aber wir brauchten zu der Zeit dieses wertvolle Einkommen. So sehr ich auch wollte, verzichtete ich auf die Gelegenheit und bat Dr. Roger Hicks, einen Kollegen und Freund von mir, an meiner Stelle nach Europa zu gehen.

11_MetalDento-InfusorTipDer Metal-Dento Infusor® tip zur Ausbringung von Astringedent® hemostatic

Generell mussten wir in diesen ersten Jahren so sparsam wie möglich leben. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir seit der Firmengründung 1978 bis etwa Mitte der 80er Jahre in einem Restaurant gegessen hätten.

Eine weitere Lektion, die ich auf meinem Weg gelernt habe, ist, mein Ego zurückzustellen. Als egoistischer Anführer vergrault man oft Menschen, die einem eigentlich helfen wollen. Bescheidenheit dagegen motiviert Menschen zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit und gibt Ihnen die Möglichkeit, voneinander zu lernen, anstatt sich ausschließlich auf sich selbst zu verlassen. Es ist wichtig, dass wir unsere eigenen Fehler erkennen und ausmerzen können – niemand auf dieser Welt ist frei von Fehlern.

12_ultradentdriveDie Adresse der Ultradent Products Zentrale in South Jordan wurde 2014
von der Stadtverwaltung in „Ultradent Products Drive“ umbenannt.

Auf welche Errungenschaft sind Sie besonders stolz in Bezug auf den Auf- und Ausbau von Ultradent Products in den letzten 40 Jahren?
Was am schwierigsten war und worauf ich deshalb am meisten stolz bin, ist, dass wir Ultradent Products organisch wachsen lassen konnten. Wir konnten den Status als privates Unternehmen beibehalten und die Kontrolle über unser Unternehmen behalten. Wir haben darüber hinaus einen Mechanismus etabliert, der die Option eines Firmenverkaufs ausschließt, was immer mein Ziel war. Dafür bin ich sehr dankbar. Für die kommenden Jahre haben wir bereits eine hervorragende Nachfolgeregelung für das Unternehmen getroffen, auf die ich sehr stolz bin.

13_DrFischeroverlookingzionDr. Fischer im Arches National Park im Süden Utahs

Worauf freuen Sie sich in den nächsten 40 Jahren?

Die Hauptsache ist, dass ich gesund bleibe und dass sich die Menschen um mich herum guter Gesundheit erfreuen. Denn ohne Gesundheit ist auch alles andere nichts mehr wert, oder?

 

Ein kleines Spiel:

Damals und Heute

Welches Auftragsvolumen haben wir damals und heute international ausgeliefert?

DAMALS: Unser erster Auftrag von Yoshita hatte einen Wert von $ 65.000. Dies war zu dieser Zeit ein großes Volumen für uns und kurbelte unser Geschäft signifikant an. Damals betrug diese Summe 33% unseres Gesamtumsatzes. Da wir uns entschieden hatten, in unserem US-Geschäft organisch zu wachsen und nicht über Distributoren zu verkaufen, wuchs unser Geschäft langsamer, aber dennoch stetig.

HEUTE: 65% unseres Umsatzes realisieren wir auf internationaler Ebene. Das ist mehr als die Hälfte!

14_shippingphotoUltradent Products versendete seine eigenen Produkte immer schon ab Hauptsitz
South Jordan, UTAH – sowohl ins Inland als auch ins Ausland.

Wie hat sich die Anzahl der Mitarbeiter von damals bis heute entwickelt?

DAMALS: Bis ca. 1982/1983 arbeiteten ausschließlich Mitglieder der Familie Fischer bei Ultradent Products. Danach begannen wir, auch externe Mitarbeiter einzustellen – zunächst zwischen fünf bis acht Personen.

HEUTE: Weltweit über 1.600 Angestellte. Eine unglaubliche Entwicklung!

15_earlymanufacturingDie Zahl der Ultradent Products Mitarbeiter wuchs seit der Gründung
auf mehr als 1.600 Teammitglieder weltweit.

Wo werden die Produkte produziert – damals und heute?

DAMALS: Nachdem wir zunächst von zu Hause aus gearbeitet hatten, zogen wir in unsere erste richtige Betriebsstätte: eine etwa 200 m2 große Scheune, die wir zu unserer Geschäfts- und Produktionsstätte umbauten.

HEUTE: Unsere Zentrale in South Jordan, Utah, besteht aus zwei Gebäuden mit einer Gesamtfläche von über 460.000 m2. Dazu kommen die zahlreichen Büros und Niederlassungen weltweit. Was für ein Unterschied!

16_metal_haybarnLinks: Die erste ca. 200 m2 große Betriebsstätte von Ultradent Products – eine umgebaute Scheune. Rechts: Die heutige Ultradent Products Zentrale in South Jordan, Utah.

Und wie hat sich die Produktpalette entwickelt?

DAMALS: In den Anfangszeiten von Ultradent Products gab es nur Astringedent®. Zwei Jahre später kamen Metall-Dento-Infusor-Tips dazu. Erst 1983 folgte eine weitere Entwicklung: Der Ultrapak®-Retraktionsfaden.

HEUTE: Das weltweite Produktangebot umfasst 1.430 Produkte.

17_catalogpics

 

 

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